DAX

„Der 2,8%-Crash“ – Volatilität am Aktienmarkt mit Rekordtief im laufenden Jahr

Die Volatilität am Aktienmarkt scheint ein Relikt der Vergangenheit geworden zu sein. Das wichtigste Volatilitätsbarometer der Welt, der VIX Index in den USA, hat in diesem Jahr 49 Mal unter zehn Punkten geschlossen. Solche niedrigen Werte sind sehr selten, sie traten vor 2017 (zwischen 1990 und Ende 2016) nur zehnmal auf. Nach unseren Berechnungen datieren 17 der niedrigsten 20 VIX Stände seit 1990 aus der Zeit nach Juni 2017. Die übrigen drei tiefsten Stände stammen aus dem Jahr 1993. Die Grabesruhe an den Aktienmärkten zeigt sich auch am Kursverlauf von S&P 500 und DAX in diesem Jahr: Es gab in diesem Jahr keine nennenswerten Korrekturen. Der S&P notierte auf Schlusskursbasis nur viermal (!) ein Prozent oder mehr im Minus, der DAX sechzehnmal. Würde das Kalenderjahr heute enden, betrüge das aktuelle „Drawdown“ – die maximal erlittenen Verluste auf Schlusskursbasis seit Jahresbeginn – beim S&P 500 2,8 Prozent und beim DAX 7,3…

MDAX wird immer höher bewertet, jedoch ist eine Trendwende nicht in Sicht

Small- und Midcaps sind beliebt. Der MDAX, der 50 mittelgroße deutsche Aktien enthält, hat den DAX seit Jahresbeginn deutlich abgehängt. Bis heute hat der kleinere Index über ein Fünftel an Wert gewonnen. Der Leitindex DAX selbst steht nahe seines Allzeithochs und hat etwas aufholen können, jedoch hat er auch in diesem Jahr mit einem Plus von 17% gegenüber MDAX an Boden verloren. Im langfristigen Vergleich ist der MDAX der Star unter den Indizes der DAX-Familie. Seit dem Jahr 1988 stieg der Index der mittelgroßen Werte 11,7% pro Jahr an, während der DAX „nur“ 9,1% p.a. erreichte. Die Überrendite von 2,6% p.a. führte wegen des Zinseszinseffekts dazu, dass der MDAX heute in etwa doppelt so hoch steht wie der DAX. In den Nebenwerteindizes befindet sich eine Mischung an Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Diese Titel sind stärker mittelständisch geprägt und auf Nischenmärkte fokussiert, in denen das Wachstum in den vergangenen Jahren…

DAX steigt auf Rekordhoch bei 13.000 Punkten – Wir sehen weiteres Potenzial

Der deutsche Leitindex hat ein neues Rekordhoch erreicht. Nun dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch die 13.000 Punkte nachhaltig überschritten werden. Unser Jahresendziel wäre damit einige Wochen früher erreicht als geplant. Wir erleben derzeit einen der längsten Konjunktur- und Aktienmarktaufschwünge der Wirtschaftsgeschichte. Die letzte Rezession datiert aus dem Jahr 2008 und ungeachtet der zahlreichen Krisen, ging es auch an den Aktienmärkten seit März 2009 deutlich bergauf. Viele Anleger halten ob des langen Aufschwungs nun eine Krise für überfällig. In Erwartung eines drohenden Crashs sinkt daher die Bereitschaft, auf Aktien zu setzen, wenngleich die Hortung von Liquidität zu niedrigen oder negativen Zinsen einen realen Kaufkraftverlust bedeutet. In der Tat sind am Aktienmarkt viele Merkmale beobachtbar, die eine typische Endphase einer Börsenhausse ausmachen. Dazu gehören die zahlreichen M&A-Transaktionen oder die hohe Bewertung amerikanischen Technologieunternehmen. Die Vorhersage eines Crashs ist durch diese aber nicht möglich. Die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte versprechen…

DAX nimmt Kurs auf 12.500 Punkte

Bis auf den DAX stagnierte die Entwicklung der Unternehmensgewinne in den großen Leitindizes seit Jahren. Die Aktienkurse stiegen währenddessen trotzdem an, allerdings ging dieser Anstieg primär auf die fallenden Kapitalmarktrenditen zurück. Diese ließen die Fantasie hinsichtlich der zukünftigen Bewertung von Aktienmärkten zwischenzeitlich grenzenlos erscheinen. Vielfach ging es nur noch um die Frage, wie hoch das KGV in einem Null- oder Negativzinsumfeld steigen kann und nicht mehr um die betriebswirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen selbst. Diese Betrachtungsweise sollte nun nach und nach vom Markt ausgeblendet werden. Schließlich steigen die Kapitalmarktrenditen am größten Schuldnermarkt bereits seit einiger Zeit an: Erstmalig seit Jahren ist in den USA die Bewertung der Aktienmärkte deutlich angestiegen, während gleichzeitig die Renditen deutlich anstiegen. Für Anleger in Aktien heißt dies, dass zukünftig das Gewinnwachstum hoch und robust genug sein muss, um mögliche Verluste aus einer Bewertungskompression ausgleichen zu können. Anleger sollten mit der Suche nicht zu lange zögern, denn…

Sell in May and go away“ – auch 2016?

Wir haben die beliebte Börsenweisheit unter die Lupe genommen. Diese mythologisiert darauf, dass früher die „Börsianer“ in New York im Sommer wegen der Hitze die Stadt verließen, um auf ihren Landsitzen am Meer die Freizeit zu genießen und damit auch dem durch Privatinvestoren dominierten Börsenhandel fernblieben. Tatsächlich übertraf die DAX-Kursentwicklung seit 1960 im Zeitraum Oktober bis April (+1,1% p.M.) diejenige von Mai bis September (+0,1%) deutlich. Von einer ausgeprägten Korrektur im Sommer kann jedoch keine Rede sein, der Juli liefert historisch gesehen sogar eine der stärksten Entwicklungen im Jahresverlauf. Meist kam es daher zu einer Seitwärtsbewegung. Deutlich nach unten ging es nur 2002 (Rezessionsangst USA), 2011 (Sorgen vor Streit um Obergrenze der US-Schulden) und 2015 (Korrektur nach Draghi-Klimax). Überdurchschnittlich gute Sommermonate gab es selten, meist im Folgejahr von Rezessionen (z.B. 2003 und 2009). Investoren unterliegen bei Saisonalitätsstrategien auch immer dem aus der Psychologie bekannten „Rückschau-Fehler“ (englisch „hindsight bias“), d.h. im…

Aktienmärkte und Notenbanken – sie können nicht voneinander lassen

Das fundamentale Umfeld für die Aktienmärkte hat sich zuletzt nicht günstig entwickelt. Die Daten zur außenwirtschaftlichen Entwicklung Chinas haben enttäuscht und auch die Konjunkturdaten aus Deutschland lagen unter den Erwartungen. Zudem setzt die deutsche Euro-Aufwertung den europäischen Aktienmärkten zu, damit die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der europäischen Unternehmen verringert wird. Die Aufwertung des Euro könnte sich auch noch weiter fortsetzen. In der kommenden Woche dürfte die amerikanische Notenbank die Zinsen anheben, die in der Geschichte der Notenbanken längste und beste vorbereitete Zinswende. Es gibt eigentlich kaum Zweifel, dass die Fed diese Zinswende vollzieht. Umso wichtiger wird es aber sein, was die Fed Vorsitzende Frau Yellen zum weiteren Ausblick sagen wird. Hier gibt es aus meiner Sicht wiederum Überraschungspotenzial. Aktuell verläuft die US-Konjunktur eher schleppend und der Inflationsausblick hat sich wegen den weiter fallenden Ölpreisen aufgehellt. Entsprechend sollte es nicht überraschen, wenn die weitere Zinspolitik sehr vorsichtig ausgestaltet werden wird und weitere…