Deutschland

Die sehr gute Stimmung unter den EWU-Einkaufsmanagern reißt nicht ab

Ein außerordentlich optimistisches Stimmungsbild zeigt die Vorabveröffentlichung der Einkaufsmanagerbefragung in der EWU für den Februar. Von einem kräftigen Stellenaufbau wie seit mehr als neun Jahren nicht mehr, von größeren Auftragszuwächsen und von steigenden Geschäftsaussichten berichteten die befragten Einkaufsmanager. Allerdings kann der steigende Preisdruck nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum stieg von 54,4 auf 56,0 Indexpunkte. Das ist der höchste Stand seit 70 Monaten. Dabei legten die Stimmungsbarometer sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich zu. Erfreulich ist zudem, dass sich nach Angaben von Markit die gute Stimmungslage auch auf Volkswirtschaften jenseits der beiden großen Mitgliedländer der Währungsunion, Deutschland und Frankreich, erstreckt. Die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im Februar äußerst optimistisch. Hier stieg das Stimmungsbarometer für die Industrie von 56,4 auf 57,0 Indexpunkte an und markiert damit den höchsten Stand seit 69 Monaten. Demnach steht die deutsche Industrie ordentlich unter Dampf. Bei…

Einkaufsmanagerbefragung im April: EWU-Konjunktur weiter mit moderater Erholung

Im April hat sich die Einschätzung der europäischen Einkaufsmanager aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich in Bezug auf ihre Geschäftsentwicklung kaum verändert. Nach Angaben von Markit ging der zusammengefasste Composite-Index um 0,1 auf 53,0 Indexpunkte zurück. Dahinter standen eine marginale Verbesserung im Service-Sektor und ein kleiner Rückgang bei der Industrie. Alle Indizes liegen weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Zum Beginn des zweiten Quartals bleibt das Bild der EWU-Wirtschaft damit nahezu unverändert. Der moderate Aufschwung dürfte sich weiter fortsetzen. Von einer steigenden Konjunkturdynamik kann aber auf Basis der Befragungsergebnisse noch immer keine Rede sein, trotz noch immer niedriger Energiepreise und der extrem expansiven Geldpolitik. In Deutschland zeigten sich die Einkaufsmanager im Industriebereich deutlich optimistischer. Der Teilindex nahm hier von 50,7 auf 51,9 deutlich zu und vergrößerte damit den Abstand zu der neutralen Marke von 50 Indexpunkten wieder. Die deutsche Industrie legt ihre Schwäche aus den Vormonaten weiter ab, denn…

Zeitenwende bei den deutschen Exporten

Zum Jahresbeginn 2016 ist das Klima im deutschen verarbeitenden Gewerbe so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Vor allem die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich in den letzten Wochen massiv verschlechtert. Hauptgrund für den dramatischen Einbruch ist die anhaltende Schwäche des Welthandels. Das spürt die deutsche Industrie unmittelbar in ihren Orderbüchern. Immerhin kommen schon seit vielen Jahren mehr als die Hälfte aller Aufträge aus dem Ausland. Daneben dürften aber auch die Turbulenten der letzten Wochen an den Finanz- und Rohstoffmärkten erheblich zur Verunsicherung beigetragen haben. Der Welthandel erlebte 2015 mit einem preisbereinigten Wachstum von rund zwei Prozent das schwächste Jahr seit der Krise 2009. Maßgeblich verursacht wurde diese Schwäche durch die einbrechende Importnachfrage aus Asien. So haben die Einfuhren der Industrieländer 2015 real um 3,6 Prozent zugelegt, während die Schwellenländer ihre Importe um 0,9 Prozent zurückgefahren haben. Dass die Importe der Industrieländer schneller steigen als die der…

Deutschland geht es gut! – Jahresausblick für 2016

Aus wirtschaftlicher Sicht war  2015 für Deutschland ein gutes Jahr. Die Arbeitslosigkeit ist gefallen, die Steuereinnahmen sind gestiegen und die privaten Haushalte sind in bester Konsumstimmung. Jedoch aus politischer Sicht ist das Jahr nicht ganz so gut gelaufen. Bund, Länder und Kommunen kämpfen seit Monaten mit dem Flüchtlingsansturm. Was dürfen wir für 2016 erwarten? Kann die Wirtschaft sich auch im kommenden Jahr vom schwierigen außenwirtschaftlichem Umfeld abkoppeln? Vor allem dank einer gut laufenden Konsumnachfrage befindet sich die deutsche Wirtschaft im ausgehenden Jahr 2015 auf Wachstumskurs. Während in früheren Erholungsphasen zumeist die Exportstärke Deutschlands die Konjunktur angetrieben hat, ist es diesmal die robuste Binnennachfrage, Sie stützt sich auf eine ausgesprochen günstige Arbeitsmarktlage und kräftig steigende Realeinkommen. Die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung und eine rekordhohe Beschäftigung sind die Gründe für einen dynamischen Anstieg der privaten Konsumausgaben, der 2015 auch die Kassen des deutschen Einzelhandels nach einigen eher mageren Jahren wieder hat…

Deutsche Konjunktur war überraschend schwach in den Sommermonaten

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Deutschland fielen recht enttäuschend aus. So ist die Produktion in der Industrie und im Baugewerbe im August um mehr als 1 % gesunken. Das ist der stärkste monatliche Rückgang seit einem Jahr. Auch die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe haben sich zuletzt schwach gezeigt, sie waren im August sogar schon den zweiten Monat in Folge rückläufig. Sicherlich sollten einzelne Monatswerte – besonders in den Sommermonaten – nicht überbewertet werden. So weist das Bundeswirtschaftsministerium bei der Interpretation der Daten auch ausdrücklich darauf hin, dass der späte Termin der Sommerferien in vielen Bundesländern in diesem Jahr sicherlich zu dem schwachen August-Ergebnis in der Industrie beigetragen hat. Aber auch unabhängig von kurzfristigen Schwankungen lässt sich nur wenig Aufwärtsdynamik im deutschen Industriesektor feststellen. Die Wachstumsrate der Industrieproduktion liegt derzeit allenfalls zwischen 1 und 2 %, und das ist deutlich weniger als in früheren Erholungsphasen. Hintergrund ist die Schwäche der Weltwirtschaft, die…

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