Dollar

Amerika finanziert sich selber

Nach der Veröffentlichung der US-Portfolioflowdaten für November sind die Daten für das vergangene Jahr nun fast komplett. Auch wenn der Dezember noch fehlt, ist es sicherlich nicht zu früh für einen ersten Blick auf die Entwicklungen des Gesamtjahres. Dabei stechen zwei hervor: 1. Kapitalzuflüsse aus dem Ausland haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen, 2. Repatriierungsströme haben sich mehr als verdoppelt. Dies bescherte den USA im vergangenen Jahr einen sehr soliden Nettokapitalzufluss, der allerdings nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass die Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits derzeit vor allem in den Händen amerikanischer Investoren liegt. Der US-Aktienmarkt, der in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts gefühlt nichts falsch machen konnte, verbuchte 2014 zum ersten Mal in seiner Geschichte signifikante Kapitalabzüge aus dem Ausland. Nachdem sich 2017 eine Erholung abzeichnete, ging es im vergangenen Jahr jedoch erneut steil bergab. Ausländische Investoren zogen 110 Mrd. US-Dollar aus US-Aktien ab. Ihr schwindendes Vertrauen in den US-Unternehmenssektor…

Euro-Dollar so stark wie zuletzt 2014 – Deutsche Unternehmen sollten Aufwertung verkraften können

Aktuell werden knapp 1,23 US-Dollar für einen Euro gezahlt. So hoch stand der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung zuletzt im Dezember 2014. Zur Erinnerung: Heute vor einem Jahr ging es in den Diskussionen noch darum, ob beim Wechselkurs Euro/Dollar die Parität erreicht wird oder nicht. Seither hat der Euro fast 17% aufgewertet. Der sprunghafte Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung wird die deutschen Unternehmen in den kommenden Monaten zunehmend vor Herausforderungen stellen. Die deutschen Unternehmen sind für ein starkes Auslandsgeschäft bekannt. Basierend auf unseren Analysen belief sich per Ende 2016 der in US-Dollar fakturierte Umsatzanteil der deutschen HDAX-Unternehmen auf 28% (der HDAX umfasst die Unternehmen der Indizes DAX, MDAX und TecDAX). Dadurch unterliegen die deutschen Konzerne erhöhten Risiken durch Wechselkursveränderungen. Jedoch fallen auch 23% der Kosten in US-Dollar an, so dass sich die Betrachtungsweise relativiert. Auch ist es wenig empfehlenswert auf den aktuellen (=zufälligen) „Extremkurs“ bei Euro-Dollar 1,23 abzustellen. Wird die Entwicklung über…

US-Konjunktur: Robuste Dynamik – nicht weniger

Die US-Wirtschaft ist mit kräftigem Schwung in das laufende Quartal gestartet, dies zeigen die vorliegenden Daten vom Einzel- und vom Außenhandel sowie vom Bau. Besonders erfreulich ist auch der Anstieg bei der Industrieproduktion. Nach einem schwachen Jahresbeginn sollte damit die größte Volkswirtschaft der Welt wieder auf ihren Wachstumspfad zurückgekehrt sein, in diesem Jahr rechnen wir unverändert mit einem Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Der Blick auf die Lage in den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigt, dass die amerikanische Notenbank (Fed) derzeit durchaus den Spielraum für eine Zinserhöhung hätte. Wie auch in den Vorjahren hatte das Ausbleiben von Wachstum im ersten Quartal die Sorgen um die Robustheit der US-Konjunktur befeuert. Dabei zeigt der Blick auf die vergangenen zehn Jahre, dass auch nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise die Vereinigten Staaten in der Gruppe der Industrieländer wieder in die Rolle des Wachstumsmotors geschlüpft sind: So ist die US-Wirtschaftsleistung inzwischen um 12 Prozent höher ist…

USA: Gewinnrezession am Aktienmarkt verschärft sich

 In den USA werden dieser Tage die Finanzberichte über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2016 vorgelegt. Legt man die aktuellen Konsensschätzungen zugrunde, so dürften im Auftaktquartal die Gewinne der 500 größten börsengelisteten US-Unternehmen um rund zehn Prozent eingebrochen sein. Damit droht Corporate America eine Fortsetzung der seit dem zweiten Quartal 2015 rückläufigen Unternehmensgewinne und der größte Ergebniseinbruch seit der volkswirtschaftlichen Rezession 2008/09. Auf Sektorenbasis sieht es bei den Rohstofftiteln erneut am schlimmsten aus: Der Crash der Öl- und Gaspreise, aber auch der Preisrutsch bei den übrigen Rohstoffen, setzt den Unternehmen dieses Sektors unverändert zu. Die Unternehmen des Energiesektors sollten im ersten Quartal erstmalig Verluste ausweisen. Erodierende Umsätze und Gewinne sind jedoch seit geraumer Zeit auch außerhalb der rohstoffnahen Branchen zu konstatieren. Unter den großen S&P 500-Sektoren dürften im ersten Quartal auch Finanzwerte, Versorger, Industrie- und Technologietitel rückläufige Unternehmensumsätze verzeichnet haben. Mit den Konsumwerten und Pharmatiteln befinden sich nur noch wenige…