Emerging Markets

Externe Anfälligkeit von Emerging Markets

Emerging Markets stehen – unter anderem aufgrund der neuen Handelsstrategien der USA – seit einiger Zeit unter angespannter Beobachtung. In diesem Umfeld hat die Krise in der Türkei deutlich vor Augen geführt, welche fatale Lage sich ergeben kann, wenn eine kritische (Wirtschafts-)Politik auf Schwächen in den externen Bilanzen trifft. Problematische Strukturen im Hinblick auf die externen Bilanzen können eine angespannte Situation zum Schlechteren beeinflussen, da wichtige Polster zur Krisenabfederung fehlen. Ein Land mit eindeutig schlechten Kennzahlen hat wenig Spielraum für Fehltritte im makroökonomischen Management oder für politische Eskalationen. Es lässt sich darüber diskutieren, wie derartige Schwächen zu identifizieren sind und die Liste möglicher Indikatoren ist sicher umfangreich. Ein Blick auf klassische Kennzahlen zur externen Position – Leistungsbilanzsaldo, die Höhe und Struktur der externen Verbindlichkeiten sowie Ausstattung mit Devisenreserven – stellt jedoch einen guten Startpunkt dar. Die untenstehende Grafik stellt die Devisenreserven eines Landes den kurzfristigen externen Verbindlichkeiten zuzüglich des Leistungsbilanzdefizits…

Der Ausblick für die Weltwirtschaft hat sich eingetrübt – Prognosen gesenkt

Auch wenn die Nachrichtenlage momentan gerade mal wieder eher durch Signale der Entspannung geprägt ist, so sind die geopolitischen Risiken weiter gestiegen. Durch das anhaltende „Hin und Her“ bei den zahlreichen Gefahrenstellen für die Konjunktur bedroht vor allem eine sichtbare Zurückhaltung bei der Investitionstätigkeit den Wachstumsausblick vieler Industrie- und Schwellenländer. Wir rechnen für dieses und das kommende Jahr nicht mehr mit einer Beschleunigung beim Wachstum der Weltwirtschaft. Auch die Inflationsprognosen haben wir teilweise etwas gesenkt. Der verschärfte Handelskonflikt und die weitere Zuspitzung der geopolitischen Risiken belastet weltweit das Wirtschaftsklima, auch wenn sich dies bisher regional erst in recht unterschiedlicher Ausprägung zeigt. Insgesamt dürften in den kommenden Monaten die anhaltenden Diskussionen und Auseinandersetzungen über Handelsbarrieren auf dem realwirtschaftlichen Sentiment lasten. Grundsätzlich wird ein Stimmungsrückgang in den Unternehmen und bei den privaten Haushalten eine Zurückhaltung bei der Investitionstätigkeit und eine etwas schwächere Dynamik beim Welthandel zur Folge haben. Für die meisten Industrieländer…

Brasilien: Präsidentin Dilma Rousseff vom Amt suspendiert

In Brasilien hat die Senatskammer dem Antrag des Unterhauses stattgegeben und seinerseits für die offizielle Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsidentin Dilma Rousseff gestimmt. Rousseff ist daher ab sofort von ihren Amtsgeschäften suspendiert. Der bisherige Vizepräsident Michel Temer übernimmt zunächst interimistisch die Amtsgeschäfte, bis eine endgültige Entscheidung im Impeachmentverfahren getroffen ist. Der Senat hat nun 180 Tage Zeit, diesen Prozess zu führen und zu einem Ergebnis kommen. Spätestens nach Ablauf dieser Frist muss mindestens die Hälfte der 81 Senatoren die Amtsenthebung bestätigen, und Temer kann die reguläre Amtszeit von Rousseff bis Ende 2018 zu Ende führen. Gelingt diese Entscheidung nicht, was aus heutiger Sicht eher wenig wahrscheinlich ist, kann Rousseff als unbescholtene Person ins Präsidentenamt zurückkehren. Temer bliebe dann nur eine „Episode“.  Im Vorfeld dieser wichtigen „Impeachment“-Entscheidung von Unterhaus und nun Senat hatten die Kapitalmärkte in Brasilien haussiert. Die Aktienbörse hat seit Jahresbeginn über 40 Prozent zugelegt, der Wechselkurs des Real…