EZB

Märkte hängen immer stärker am EZB-Tropf

Seit Frühjahr 2015 kauft die EZB Anleihen im Rahmen ihres mehrfach angepassten Kaufprogramms auf und hat dabei inzwischen ein Volumen von knapp 1772 Mrd. Euro erreicht. Das monatliche Ankaufvolumen wurde seit diesem Monat von 80 wieder auf 60 Mrd. Euro reduziert. Laut EZB sollen die Ankäufe mindestens bis Ende Dezember 2017 laufen, und eine Verlängerung ist nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Die Notenbank sollte angesichts der zunehmenden Probleme, die das Ankaufprogramm am Kapitalmarkt verursacht, besser früher als später mit den Vorbereitungen für den Ausstieg beginnen. In einigen Marktsegmenten mehren sich die Anzeichen für Liquiditätsengpässe und Marktverzerrungen. Die EZB hat mit ihrer anhaltend hohen Nachfrage die Märkte in eine Abhängigkeit gebracht, die wohl nur schwer ohne Entzugserscheinungen wieder beendet werden kann. Das zeigt sich etwa bei längeren Anleihelaufzeiten, bei denen im Laufe des vergangenen Jahres aufgrund der hohen Nachfrage und des relativ knappen Angebots die Geld-Brief-Spannen teilweise um das Drei-…

EZB hat Spielraum zur Reduzierung des Stimulus

Seit EZB-Chef Draghi im Rahmen der Zinssitzung im März hat durchblicken lassen, dass die Währungshüter eine Anpassung ihrer Forward Guidance erwogen haben, sind vermehrt Spekulationen aufgekommen, wie und ob eine Verminderung des geldpolitischen Stimulus vollzogen werden könnte. Unter anderem aufgrund der EZB-Anleihekäufe ist die Überschussliquidität im Euroraum zwischenzeitlich auf über 1,5 Billionen Euro angewachsen und wird im Fortgang des Programms noch an die 2-Billionen-Marke stoßen. Die im Markt befindliche Zentralbankliquidität ist aber sehr heterogen zwischen den verschiedenen Euroländern verteilt. Über 70% der Überschussliquidität konzentriert sich bei deutschen, französischen und niederländischen Geldinstituten. Die deutschen Geschäftsbanken halten signifikant mehr Zentralbankliquidität bei der Bundesbank als sie im Zuge der Tenderoperationen nachfragt haben oder ihnen im Rahmen der Anleihekäufe zugeflossen ist. Dies hat wiederum zur Folge, dass deutsche Geschäftsbanken im Vergleich zu den übrigen europäischen Geldinstituten übermäßig durch den negativen Einlagesatz belastet werden. Doch nicht nur dieser Umstand spricht dafür, den negativen Einlagensatz zu…

Geldpolitik EZB steht vor einer Trendwende

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen. Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung dürfte eine leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur sein. Diese profitiert auch vom leicht gestiegen Ölpreis und von einer weiterhin sehr stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in China. Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für wachsende Unruhe bei den Währungshütern. Die amerikanische Notenbank hat bereits reagiert und die Zinsen im März angehoben und zwei…

EZB schlägt weniger expansiven Kurs ein

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen. Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für Unruhe bei den Währungshütern. Schon bei der jüngsten Sitzung des EZB-Rates klang Präsident Draghi nicht mehr ganz so pessimistisch wie in der Vergangenheit. In den kommenden Monaten dürfte die Geldpolitik auch in der Wortwahl sukzessive weniger expansiv werden. Auf der Septembersitzung dürfte die Notenbank dann gemäß dem…

Target2-Salden bergen hohe Fiskalrisiken

Seit Monaten bereits ist ein erneuter spürbarer Anstieg der Target2-Salden in der Eurozone zu beobachten. Während die Ursache für die Entwicklung vor allem im PSPP und weniger wie im Jahr 2012 in einer akuten Kapitalflucht zu sehen ist, richtet sich die öffentliche Diskussion vor allem auf die Risiken für Gläubiger und Schuldner. Die finanziellen Risiken, die – hypothetisch gesprochen – bei einem EWU-Austritt eines Landes mit hohen Target2-Verbindlichkeiten, beispielsweise Italien, entstünden, wären ganz erheblich. Sollte das aus der EWU austretende Land die Schulden nicht begleichen, würde der finanzielle Puffer der EZB, als Gläubigerin der Forderung, kaum ausreichen, um den Verlust aufzufangen. Zwar kann die EZB auch mit negativem Eigenkapital operieren, würden die nationalen Notenbanken als Anteilseigner dennoch einspringen, reichten aber nicht die Risikopuffer aller Banken aus, den Verlust aufzufangen. Während Bundesbank und Banque de France über einen ausreichend großen Risikopuffer verfügen, könnte die Banco de Espana beispielsweise in Bedrängnis geraten….

EZB könnte das Kaufprogamm für Staatsanleihen perspektivisch flexibler gestalten

Am gestrigen Donnerstag hat die EZB das Protokoll ihrer Sitzung vom 19. Januar veröffentlicht. Besondere Beobachtung seitens der Marktteilnehmer fand hierin die Bereitschaft der Ratsmitglieder, zumindest zeitweise und in begrenztem Ausmaß vom fixen Ankaufschlüssel des Staatanleihe-Ankaufprogramms PSPP abzuweichen. Dieser ist an die Anteile der nationalen Notenbanken am Eigenkapital der EZB angelehnt, um somit ein objektives und verbindliches Maß vorweisen können, wie sich die aktuell etwa 70 Mrd. Euro an monatlichen Käufen von EWU-Staatsanleihen verteilen. Demnach entfallen auf Bundesanleihen 26 Prozent des Ankaufvolumens, gefolgt von französischen (20 Prozent) und italienischen (18 Prozent) Papieren. Bereits in der Vergangenheit hat sich die EZB nicht immer sklavisch an den selbst vorgegebenen Kapitalschlüssel gehalten. Das besondere ist nun, dass die EZB ein solches Vorgehen nun für bemerkenswert hält und dies extra im Protokoll festhalten lässt. Mit dem geringer werdenden Bestand an Bundesanleihen und den zunehmenden politischen Turbulenzen in Italien und Griechenland scheint die Nervosität in…

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