Griechenland

Implikationen des „Nein“ in Griechenland

In Griechenland zeichnet sich ein „Nein“ zum Sparkurs ab. Damit wird zunächst weiteren Verhandlungen die Grundlage entzogen. Wenn es weitere Verhandlungen geben sollte, muss man zwischen der griechischen Regierung und den Institutionen erst wieder das notwendige Vertrauen aufbauen. Wie das gelingen soll und in welchem zeitlichen Rahmen dies möglich sein könnte ist zurzeit mehr als ungewiss. Was passiert jetzt? Auf Basis dieser Abstimmung wird die EZB das ELA Programm sicherlich nicht ausweiten, sondern im besten Falle auf dem aktuellen Niveau belassen.Dies hätte zur Folge, dass dem griechischen Bankensystem in den nächsten Tagen die Barreserven ausgehen und man keine Euro mehr ausgeben kann. Spätestens dann müsste die griechische Regierung auf eine andere Währung oder Schuldscheine umstellen. Damit dürfte die griechische Wirtschaft in eine tiefe Krise gehen und das wirtschaftliche Leben sollte zum Stillstand kommen. Die europäischen Partner werden sicherlich in den nächsten Tagen über eine mögliche humanitäre Hilfe für die Bevölkerung…

Griechenland vor dem Staatsbankrott

Nun hat es die griechische Regierung mit ihrer aggressiven Verhandlungstaktik doch übertrieben und steht vor einem Scherbenhaufen. Die Ankündigung am 5. Juli ein Referendum über das mögliche 3.Programm abzuhalten hat allen weiteren Verhandlungen den Boden entzogen. Denn gleichzeitig mit der Ankündigung des Referendums hat die griechische Regierung sich auch klar gegen die Vorschläge der Eurogruppe positioniert. Griechenland hätte bis zu dem Referendum eine Verlängerung der laufenden Programme benötigt und vor allem die weitere Unterstützung der EZB. Die griechische Bevölkerung hat bereits kurz nach der Ankündigung des Referendums reagiert und soviel Euro wie möglich abgehoben. An den Geldautomaten hatten sich lange Schlangen gebildet. Entsprechend müsste die EZB am Montag mit großer Wahrscheinlichkeit die ELA Höchstgrenzwerte weiter anheben, denn es kann von einem regelrechten Ausbluten des griechischen Bankensystems ausgegangen werden. Jedoch würde eine solche Entscheidung weit über das Mandat der EZB gehen, da die Solvenz der Banken nun konditioniert wäre und vom…

Werteunion

Es ging eigentlich schneller als erwartet. Nur ein paar Tage nachdem die Eurogruppe das Programm für Griechenland verlängert hat, wird offen ein weiterer Schuldenschnitt oder ein neues Hilfsprogramm für Griechenland diskutiert. Das Volumen der weiteren finanziellen Unterstützung soll sich dabei auf rund EUR 20 Mrd. belaufen. Die Diskussion über die Notwendigkeit eines weiteren Schuldenschnitts für Griechenland wurde dabei vom griechischen Finanzminister Varoufakis selbst angestoßen. Zeitgleich beharrt die neue griechische Regierung aber auch auf der Umsetzung großer Teile ihrer Wahlversprechen. Man bekommt bei der jetzigen Diskussion zunehmend den Eindruck, dass die restlichen Euroländer, zusammen mit dem IMF, die teureren Wahlversprechen der griechischen Regierung bezahlen sollen. Eine Entwicklung, die die Reformbemühungen der restlichen Euro-Länder fast verhöhnt. Ein solch politisches Taktieren kann auf die Dauer kaum gutgehen. Insbesondere die anstehenden Wahlen in vielen Euroländern dürften den Druck auf die Regierungschefs der Euroländer erhöhen. Denn wenn man den neuen Forderungen der griechischen Regierung nachgibt,…

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