Handelsstreit

China: Abschwung pausiert, US-Deal ist aber kein Konjunkturprogramm

Der Konjunkturabschwung in China hat Ende 2019 deutlich an Schärfe verloren. Das Wirtschaftswachstum büßte im vierten Quartal nicht weiter an Tempo ein. Mit unveränderten 6,0% (J/J) liegt der aktuelle Wachstumswert nicht nur im Rahmen der Markterwartungen, sondern auch knapp innerhalb der von Peking vorgegebenen Wachstumsspanne – das ist in China immer noch ein Politikum. Sicherlich haben die Deeskalation im Handelsstreit mit den USA und die Hoffnung auf zumindest eine partielle Einigung ihren Teil dazu beigetragen, um den Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft zu mildern. Auch wenn US-Präsident Trump zunächst lediglich weitere Zollerhöhungen von der Agenda nahm, verschaffte dies Chinas Exportindustrie in den vergangenen Monaten eine Atempause. Ganz ohne staatliche Anschubhilfe scheint die Konjunkturstabilisierung jedoch nicht ausgekommen zu sein. Dies legt die deutliche Wachstumsbeschleunigung in der Industrie zum Jahresschluss nahe, welche die Handschrift früherer Kurzzeit-Stimuli Pekings trägt, wie wir sie im vergangenen Jahr mehrfach gesehen haben. Mit der nun erfolgten Unterzeichnung…

Handelsstreit bremst Chinas Wirtschaftswachstum

Die chinesische Wirtschaft hat über die Sommermonate weiter an Fahrt verloren. Das Wirtschaftswachstum fiel im dritten Quartal erneut niedriger aus als im Vorquartal, mit 6,0 Prozent (J/J) sank es auf ein neues 27-Jahres-Tief. Damit wurden die Marktschätzungen leicht verfehlt, unsere eigenen, etwas skeptischeren Erwartungen haben sich jedoch bewahrheitet. Der Abwärtstrend, der Anfang letzten Jahres mit Ausbruch der US-chinesischen Handelsstreitigkeiten begann, hat sich fortgesetzt. Die größten Wachstumseinbußen gab es in der Industrie, die im abgelaufenen Quartal mit 5,0 Prozent den niedrigsten Anstieg seit 1990 verzeichnete. Der Wert wäre noch schwächer ausgefallen, hätte sich die Industrieproduktion im Quartalsschlussmonat September nicht wieder sichtlich beschleunigt. Wir bleiben allerdings vorsichtig, ob sich damit eine Kehrtwende des industriellen Abschwungs abzeichnet. Vielmehr könnten sich dahinter, wie schon im bisherigen Jahresverlauf, vorgezogene staatliche Maßnahmen verbergen, deren Effekt schnell wieder verpufft. Hauptbelastung für Chinas Wirtschaft bleibt der Zollstreit mit den USA. Trotz der soeben von Donald Trump ausgesetzten Zollerhöhung…

Viel Lärm um nichts? Trump kündigt Teilabkommen im Handelsstreit mit China an

China und die Vereinigten Staaten scheinen auf eine Teillösung im Handelsstreit zuzusteuern. Die in der vergangenen Woche wieder aufgenommenen Gespräche zwischen den beiden Ländern hätten damit zumindest einen ersten Erfolg gebracht. Allerdings: In den vergangenen knapp zwei Jahren, in denen der Konflikt nach und nach immer weiter eskalierte, war ein Abkommen schon häufiger in greifbare Nähe gerückt. Es scheiterte dann aber immer wieder an unannehmbaren oder kaum umsetzbaren Forderungen auf beiden Seiten sowie letztlich auch an der Sprunghaftigkeit Donald Trumps. Dies ist auch dieses Mal nicht auszuschließen. Kernstück des Teilabkommens ist nach Aussage des US-Präsidenten die Bereitschaft der Chinesen, amerikanische Agrarprodukte im Wert von 40 Mrd. bis 50 Mrd. US-Dollar pro Jahr abzunehmen. Auch Teil der Lösung sollen höhere Importe von Boeing-Flugzeugen mit einem Umfang von bis zu 20 Mrd. US-Dollar sein. Darüber hinaus soll es eine erste Verständigung in den kritischen Streitpunkten zu Währungsfragen und zum Schutz geistigen Eigentums…

Das aktuelle Zollregime ist nicht mehr zeitgemäß

Donald Trump hat recht. Das aktuelle Zollregime passt nicht mehr in die Weltordnung von heute. Doch eine Veränderung dieses Systems ist überaus kompliziert. Und der von Trump vom Zaun gebrochene globale Zollstreit wird nicht zu einer Lösung des Problems führen. Stattdessen werden alle unter der Zollspirale leiden. Eigentlich dürfen sich die Europäer in der aktuellen Diskussion um Straf- und Schutzzölle nicht beklagen. Nach Berechnungen des Münchner ifo Instituts liegt der ungewichtete Durchschnittszoll der EU auf die Warenimporte aus anderen Ländern bei rund 5,2 Prozent. Die USA erheben dagegen durchschnittlich 3,2 Prozent auf ihre Importe. Der einfache Durchschnitt zeichnet dabei aber nur ein ungenaues Bild, denn er erfasst über die zahlreichen Gütergruppen hinweg nicht die wirtschaftliche Bedeutung der Güter im Außenhandel. Deutlicher wird dies bei der aktuell diskutierten Gütergruppe von PKWs. Die EU veranschlagt auf US-Autos aus den USA derzeit einen zehnprozentigen Zoll, die USA dagegen verlangen für eingeführte EU-Autos nur…

Eskalierender Handelsstreit USA-China und die Folgen

In Sachen Handelsstreit USA-China überschlagen sich derzeit die Ereignisse. Am 03. April hat US-Präsident Trump konkrete US-Strafzölle auf Importe aus China angedroht, China seinerseits hat wenige Stunden später mit vergleichbaren Ankündigungen reagiert. Und nur zwei Tage später hat Trump nun erneut nachgelegt. Betroffen von den am 03.04. konkret avisierten US-Zöllen sind chinesische Lieferungen im Umfang von rund 50 Mrd. USD. Das entspricht rund 10 Prozent aller chinesischen Exporte in die USA und 0,4 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Großteil der betroffenen chinesischen Produkte dürfte für die USA nicht leicht zu substituieren sein. Der Effekt der Schutzzölle könnte sich daher stärker in der US-Inflation als in einer sinkenden US-Nachfrage nach diesen Importen niederschlagen. Der Export der Produkte dürfte schätzungsweise um etwa ein Drittel sinken, die chinesischen Gesamtexporte in die USA also um 3 bis 4 Prozent. Der Wachstumseffekt auf das chinesische BIP läge damit rechnerisch unter 0,2 Prozent. Da viele…