Inflation

EWU Inflationsrate bleibt im September negativ

Im September blieb die Inflationsrate im Euro-Raum mit -0,3 Prozent weiterhin im negativen Bereich. Im Vormonat lag sie schon bei -0,2 Prozent. Zu der Preisreduktion haben erneut die Energiepreise mit einem kräftigen Minus im Vorjahresvergleich beigetragen. Bei den industriellen Gütern fiel die Teuerungsrate nach der Verschiebung des Sommerschlussverkaufs überraschend schwach aus und ging erneut zurück. In einigen Ländern haben sich die „summer sales“ wohl sogar bis in den September hineingezogen und die Preise noch länger gedrückt. Der Preisauftrieb bei den immer noch Corona-geplagten Dienstleistungen schwächte sich erneut ab. Allein für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher zuletzt etwas tiefer ins Portemonnaie greifen. Die abgebremste Preisentwicklung bei Gütern und Dienstleistungen prägt auch die Kernrate: Sie ging im September von 0,6 auf 0,4 Prozent zurück Dieses Bild zeigt sich fast einheitlich in den großen Mitgliedsländern des Euro-Raums: Insgesamt kaum oder negativer Preisdruck. In Frankreich lag die Inflationsrate im September bei 0,0 Prozent, in Deutschland…

Verspäteter Sommerschlussverkauf drückt Inflationsrate in der EWU unter Null

Die Inflation im Euro-Raum hat sich im August recht deutlich abgeschwächt. Der harmonisierte Verbraucherpreiseindex (HVPI) in der Währungsunion sank von +0,4 auf -0,2 Prozent. Dabei wird die Gesamtinflation weiterhin durch das niedrige Niveau der Energiepreise gedämpft. Das Gros des Rückgangs in zahlreichen Ländern ist jedoch dem verspäteten Sommerschlussverkauf zuzuschreiben, der in Folge der Corona-Pandemie vom Juli auf den August verschoben wurde. Im Warenkorb der Verbraucher ließ nämlich maßgeblich der Preisauftrieb bei den industriellen Gütern ohne Energie nach. Dies sind typischerweise die Waren des klassischen Einzelhandels. Während beispielsweise in Italien und Frankreich im Vormonat Bekleidung und Schuhe ungewöhnlich teuer waren und damit die gesamte Inflationsrate merklich angeschoben hatten, fiel der Preisauftrieb mit dem Sommerschlussverkauf im August deutlich ab. Auf Länderebene waren die Korrekturen unter anderem bei den Jahresraten in Frankreich und in Italien zu spüren. In Frankreich ging die Inflationsrate von 0,9 auf 0,2 Prozent zurück, in Italien rutschte sie sogar…

Droht dem Euro-Raum eine Deflation?

Die Inflation im Euro-Raum hat sich wegen des Ölpreisverfalls bereits seit Jahresbeginn abgeschwächt. Und die Corona-Krise drückt die Preise noch weiter. Die Inflationsrate (HVPI) in der Währungsunion sank im Mai von 0,3 auf 0,1 Prozent und nähert sich damit zusehends der Nulllinie an. Die Frage, ob in den kommenden Monaten auch andere Preise nachgeben und ob der Euro-Raum damit auf mittlere Sicht in eine Deflation abrutschen könnte, wird die Marktbeobachter in den kommenden Monaten sicher stark beschäftigen. Der Blick auf die Hauptaggregate zeigt, dass der Trend der fallenden Inflationsrate maßgeblich auf rückläufige Preise für Energiegüter zurückzuführen ist, während auf der anderen Seite die Preise für Nahrungsmittel in der Tendenz etwas stärker zugelegt haben. Klammert man diese beiden Komponenten aus, und fokussiert sich damit auf die Kernrate, dann blieb die jährliche Veränderungsrate der Verbraucherpreise im Mai mit 1,2 Prozent weitestgehend stabil. Kurz- bis mittelfristig wirken unterschiedliche Aspekte auf die Preisentwicklung. Für…

Ölpreis und Pandemie drücken die Inflationsrate in der EWU – Die Aussagekraft ist derzeit aber begrenzt

Die Inflation im Euro-Raum hat sich im Mai wegen des Ölpreisverfalls, aber auch wegen der Corona-Krise noch einmal deutlich abgeschwächt. Auch auf Länderebene konnte sich die Verbraucherpreisentwicklung dem Druck nach unten nicht entziehen. Der harmonisierte Verbraucherpreiseindex (HVPI) in der Währungsunion sank von 0,3 auf 0,1 Prozent und nähert sich damit der Nulllinie an. Im Warenkorb der Verbraucher verbilligte sich maßgeblich Energie. Kein Wunder angesichts des im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Ölpreises. Aber auch der Preisdruck bei anderen Gütern ließ nach. Dies spiegelt die durch die Lockdown-Maßnahmen geschwächte Nachfrage wider, die den Anbietern kaum Spielraum für Preiserhöhungen lässt. Allerdings bleiben Fragezeichen bezüglich der Validität der Preisdaten. Denn zum einen waren viele Bereiche durch den Lockdown praktisch vollkommen stillgelegt. Die Messung der Verbraucherpreise in diesen Bereichen ist seit März mit hoher Unsicherheit belegt. In Frankreich wurden im Mai beispielsweise noch rund 45 Prozent der relevanten Daten nicht erhoben und konnten nur…

Inflationsrate in der EWU sinkt wieder – und bleibt schwach

Der Auftrieb bei den Verbraucherpreisen im Euro-Raum hat im Februar nachgelassen. Nach vorläufigen Berechnungen ging die Inflationsrate, gemessen am europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), von 1,4 Prozent im Januar auf aktuell 1,2 Prozent zurück. Dabei stieg die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln, bei industriellen Gütern und bei den Dienstleistungen sogar leicht an. Die Preise für Energie waren im Jahresvergleich jedoch rückläufig und drückten dadurch die gesamte Inflationsrate. In den kommenden Monaten ist aus aktueller Perspektive auch weiterhin mit einer verhaltenen Inflationsentwicklung zu rechnen. Standen zum Jahresbeginn 2020 die Weichen noch in Richtung auf eine konjunkturelle Stabilisierung im Währungsgebiet, so hat sich das Bild mit der Corona-Welle geändert. Die Ausbreitung des Coronavirus SARS-Cov-2 mit den entsprechenden wirtschaftlichen Folgen dürfte die Konjunktur im Euro-Raum in den kommenden Monaten spürbar belasten. Die Erwartung einer schwächeren Konjunktur spiegelt sich nicht zuletzt auch in einem deutlich niedrigeren Ölpreis wider. Damit dürfte die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten gedämpft…

Wohnen ist teurer als (statistisch) gedacht!

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat seit Jahren trotz der extrem expansiven Ausrichtung der Geldpolitik das Inflationsziel von knapp unter 2 Prozent verfehlt. Ein Grund dafür dürfte auch in den nur unzureichend erfassten Kosten für das Wohnen im harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für den Euro-Raum liegen. Gemäß verschiedener Verbrauchererhebungen wenden die privaten Haushalte den größten Anteil ihres verfügbaren Einkommens für den Bereich Wohnen auf. Zu diesen Kosten zählen neben den gezahlten Mieten auch Zinsen und Tilgungen auf Hypotheken für den selbstgenutzten Wohnraum. In den HVPI für den Euro-Raum gehen tatsächlich gezahlte Mieten nur mit einem Gewicht von 6,5 Prozent ein. Der gesamte Bereich der Kosten für selbstgenutzte Wohnimmobilien wird dagegen gar nicht berücksichtigt. Gemäß der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung belief sich der Anteil der gezahlten Wohnungsmieten und der unterstellten Mieten an den gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte 2018 im Euro-Raum aber auf zusammen 17 Prozent. Lässt man die Kosten für den selbstgenutzten Wohnraum anhand…

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