Irland

Irland wird sein Geschäftsmodell kaum ändern

Die Entscheidung der irischen Regierung, auf den warmen Geldregen einer Steuernachzahlung durch den US-Konzern Apple in Höhe von bis zu 19 Mrd. Euro zu verzichten, hat politische Kontroversen in Irland und andernorts ausgelöst. Angesichts der für Irland gewaltigen Größenordnung verzichtet das Land auf die Chance, seine Verschuldung auf einen Schlag ganz erheblich zu reduzieren und auch sein Rating sowie die Schuldentragfähigkeit ad hoc zu verbessern. Die Regierung in Irland dürfte sowohl politische als auch wirtschaftliche Motive haben, der Versuchung nicht nachzugeben. Zum einen befürchtet die Regierung, dass die Entscheidung die steuerliche Souveränität des Landes infrage stellen und einen Angriff auf die im EWU-Vergleich niedrigen Steuersätze nach sich könnte. Zum anderen sorgt sich die wirtschaftsfreundliche Regierung um Irlands Wirtschaftsmodell. Irland ist es in den vergangenen Jahren gelungen, viele internationale Konzerne mittels der im EWU-Vergleich niedrigen Steuersätze anzulocken. Vor allem US-Konzerne, die zu einem Viertel der irischen Wirtschaftsleistung beitragen, zeichnen für die…