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Oberhauswahlen in Japan: Abe verpasst die Zweidrittelmehrheit

Japans Premier Shinzo Abe und seine liberaldemokratische LDP haben ihr Ziel verpasst, bei den Wahlen zum Oberhaus, der zweiten Kammer des japanischen Parlaments, zusammen mit ihrem Koalitionsparter Komeito eine Zweidrittelmehrheit zu erzielen. Die Regierung verfügt einschließlich der Sitze, die diesmal nicht zur Neuwahl standen, nun über 141 der 245 Sitze. Selbst mit den Stimmen der konservativen „Erneuerungspartei“, die nun auf 16 Sitze kommt, wäre die Zweidrittelmehrheit von 164 verfehlt. Damit muss sich Abe von seinem lange gehegten Plan, eine Änderung der pazifistischen Verfassung herbeizuführen, wohl verabschieden. Nach den Statuten seiner Partei muss Abe in zwei Jahren den LDP-Vorsitz und damit auch das Amt des Regierungschefs abgeben. Vielleicht ist das Ergebnis der jüngsten Oberhauswahl ja auch die Chance dafür, dass der Zeit bis 2021 die außenpolitischen Themen und die Diskussion über den Charakter der japanischen Streitkräfte nicht an Übergewicht in der Regierungsarbeit gewinnen, zu Lasten wichtiger Wirtschaftsthemen. Immerhin ist das Reformprojekt…

Japanischer Aktienmarkt: Niedrige Bewertung, Hemmnis Handelskonflikt

Seit dem Jahr 2013 laufen in Japan die „Abenomics“, um die jahrzehntelange Stagnation der Wirtschaft durch Reformen und fiskal- und geldpolitische Impulse zu beenden. Sechs Jahre später haben sich gewisse Erfolge eingestellt. Das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist gestiegen und der Arbeitsmarkt ist mit einer Arbeitslosenquote von 2,5% nahezu leergefegt. Im Gegenzug stieg allerdings die Staatsverschuldung kontinuierlich auf fast 240% der Wirtschaftsleistung an. Der Spielraum für weitere fiskalpolitische Impulse wird daher immer kleiner. Kurzfristig bleibt die Inflation in Japan hartnäckig niedrig und das Wirtschaftswachstum abhängig vom globalen Umfeld. Vor diesem herausfordernden Hintergrund schrumpfte das reale BIP bereits 2018 in zwei von vier Quartalen. Im Jahr 2019 überraschte das Wachstum des ersten Quartals, es besteht aber in der Vorausschau kaum Anlass für Euphorie. Für das exportstarke Japan stellen, ähnlich wie in Deutschland, die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China Risiken dar. Die Hoffnung auf steigende Staatseinnahmen schwinden – somit steht die…

Tankan-Index der Bank von Japan fällt auf ein Dreijahrestief

Der vierteljährliche Stimmungsindex der Bank of Japan hat zuletzt weiter nachgegeben: Bei den großen und exportorientierten Industrieunternehmen ist er im zweiten Quartal um 5 Zähler gefallen und hat ein Dreijahrestief von nur noch +7 Punkten erreicht. Damit hat sich dieser wichtige Index, der von -100 bis +100 reicht, bei den befragten Unternehmen nun deutlich an einen Gleichstand zwischen optimistischen und skeptischen Antworten angenähert. Die Einschätzungen der mehr binnenorientierten Großunternehmen aus dem Servicesektor haben sich dagegen zuletzt etwas verbessern können, von 21 auf 23 Punkte. Für alle Unternehmen (alle Sektoren und alle Größenklassen) ist der Tankan zuletzt von 12 auf 10 Punkte gefallen. Japans Großindustrie hat mithin im zweiten Quartal überdurchschnittlich starke Stimmungseinbußen erlitten. Die Sorgen über ihr aktuelles und künftiges Geschäftsumfeld sind angesichts der Verunsicherungen und der realen Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits auch verständlich. Auf dem jüngsten G20-Gipfel in Osaka gab es zwar insofern positive Nachrichten, als die USA nun…

Japan: Starkes Wachstum in Q1, Konjunktur bleibt aber schwach

Japans Gesamtwirtschaft ist im ersten Quartal 2019 um 0,5% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Dieser Anstieg kam für die Marktbeobachter völlig überraschend – erst recht in diesem Ausmaß. Denn nach den zuletzt sehr schlechten Stimmungswerten unter Japans Unternehmen wie auch den Privathaushalten und nicht zuletzt vor dem Hintergrund des US-chinesischen Handelsstreites, der auch Japans Exporte negativ beeinflusst, war bestenfalls eine Rate um die Null-Linie erwartet worden. Was den Ausschlag für das letztlich doch recht starke Wachstum gegeben hat, waren die Importe, die mit minus 4,6% (Q/Q) noch schneller zurückfielen als die Exporte (minus 2,4%). Damit ist das aktuelle Zahlenwerk keineswegs ein Beleg für eine starke Konjunktur, eher für eine schwächelnde Binnennachfrage. Dies zeigt sich auch daran, dass sowohl die Investitionen als auch die privaten Konsumausgaben in den ersten drei Monaten des Jahres gesunken sind, und zwar um minus 0,3% beziehungsweise minus 0,1%. Selbst der Staatsverbrauch trug – mit minus 0,2% –…

Starke Exportabhängigkeit wird auch in Japan zum Problem

Die Stimmung der japanischen Unternehmen hat im ersten Quartal des Jahres stark gelitten. Der vierteljährliche Umfrageindex der Bank of Japan (Tankan-Index) ist zuletzt auf ganzer Linie eingeknickt. Bei den großen exportorientierten Industrieunternehmen sank die Beurteilung der aktuellen Lage von 19 auf nur noch 12 Punkte. Das war schwächer als allgemein erwartet worden war und der tiefste Wert seit zwei Jahren. Bei den großen Dienstleistern sank der Index von 24 auf 21 Punkte. Bezogen auf alle Unternehmen (alle Sektoren und alle Größenklassen) ging der Tankan von 16 auf 12 Punkte zurück. Mehrere Faktoren dürften zum Stimmungseinbruch geführt haben: Erstens hat sich durch den Handelsstreit der USA mit China auch das Umfeld für Japans Exporte deutlich getrübt. Japan liefert viele Vorprodukte für Chinas Exportindustrie und ist so von deren Einbußen im US-Geschäft mit betroffen. Zweitens ist auch – unabhängig von Handelskonflikten – die Weltwirtschaft nun in eine Phase schwächeren Wachstums eingetreten, was…

Japans Konjunktur erholt sich am Jahresende 2018 nur leicht

Die japanische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2018 einer ersten amtlichen Schätzung zufolge um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Sie hat sich damit von dem durch Naturereignisse (Erdbeben, heftige Taifunsaison) bedingten Einbruch von 0,7% im dritten Quartal etwas erholt, wenn auch nicht im ursprünglich erhofften Ausmaß. Für das Gesamtjahr 2018 ergibt sich nun eine Wachstumsrate von 0,7%. Der private Konsum in Japan als wichtigste Nachfragekomponente hat sich gegen Jahresende insgesamt gut entwickelt und konnte mit einem Plus von 0,6% den Rückgang aus dem Vorquartal mehr als ausgleichen. Auch die Investitionsaktivitäten der Unternehmen, die im Spätsommer von erdbebenbedingten Unterbrechungen der Lieferketten und Produktionsstopps besonders stark betroffen waren, sind zuletzt wieder angestiegen. Das Plus von 1,5% gegenüber dem dritten Quartal hat bei ihnen aber nicht ausgereicht, die negative Rate des Vorquartals zu kompensieren. Dasselbe gilt für die Exporte. Diese leiden offenbar nun stärker unter der schwächeren Nachfragedynamik in China. Dessen Handelskonflikt mit…

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