Notenbanken

Target2 – Saldo der Bundesbank steigt technisch bedingt, realwirtschaftliche Risiken sind gering

In den vergangenen Monaten sind die Target2-Salden der verschiedenen Länder der Eurozone weiter auseinandergedriftet. Seit Anfang dieses Jahres haben sich die Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB als zentralem Counterpart des Target2-Systems um etwa 70 Mrd. Euro auf gegenwärtig rund 976 Mrd. Euro (Stand Juni) erhöht. Neben Deutschland weisen, wenn auch in deutlich geringerem, aber dennoch bedeutendem Umfang derzeit, Luxemburg, Finnland und die Niederlande positive Target-Salden aus. Im Gegenzug haben insbesondere Notenbanken der europäischen Peripherie in erheblichem Umfang Verbindlichkeiten gegenüber dem Eurosystem angehäuft. Spitzenreiter im negativen Sinne ist derzeit Italien mit Verbindlichkeiten im Volumen von 464 Mrd. Euro. Dicht dahinter folgt Spanien mit einem negativen Saldo von 393 Mrd. Euro (Stand Mai). Zur Hochzeit der Euro-Schuldenkrise waren die ansteigenden Target2-Salden ein Spiegelbild dafür, dass der Bankensektor der Peripherie aufgrund eines versiegenden Zustroms bzw. übermäßigen Abflusses (Kapitalflucht) an privatem Kapital zusehends auf Zentralbank­liquidität angewiesen war. Vor diesem Hintergrund war die Entwicklung…