OPEC

OPEC-NOPEC-Deal 3.0 – „Die Verpackung ist betörender als der Inhalt“

Im Rahmen ihres gestrigen Treffens in Wien haben sich die 24 Vertreter der OPEC-/NOPEC-Koalition darauf verständigt, ihr Förderbegrenzungsabkommen bis Ende 2018 zu verlängern. Das Kürzungsvolumen wird bei 1,72 Mio. Barrel pro Tag (mbd) liegen. Die bis dato vom Kürzungsabkommen ausgenommenen OPEC-Mitgliedsstaaten Libyen und Nigeria haben weich formulierte Produktionsobergrenzen akzeptiert… Die Parteien vereinbarten darüber hinaus einen Überprüfungstermin im Juni 2018. Ein offizielles Statement zu einer geplanten Exit-Strategie gab es nicht. Der Markt reagierte insgesamt positiv auf den neuen „Rohöl-Newsflow“. Der Brent-Januar-Future kletterte bis auf 63,50 USD, weil sich die Investoren von der außergewöhnlichen Geschlossenheit des Kartells – gerade auch vor dem Hintergrund der jüngsten außenpolitischen Verspannung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran – beeindruckt zeigten. Offenbar hat die Wiener Runde aus Sicht der Investoren mit ihrer rhetorischen Schwerpunktsetzung den richtigen Ton getroffen. Auf den ersten Blick hat die OPEC-/NOPEC-Koalition dem Markt mindestens das gegeben, was dieser sich von ihr erwartet hatte. Nach…

Rohöl – Der Markt sucht weiterhin ein Gleichgewicht

Wie jeden Monat hat die Internationale Energieagentur (IEA) auch vorgestern wieder einmal ein schriftliches Update ihrer gegenwärtigen Einschätzung des globalen Rohölmarktes – den viel beachteten „Oil Market Report“ – vorgelegt. Und diese Status-Quo-Analyse fiel im September spürbar negativer aus als noch in den zurückliegenden Monaten. Kurz und unangenehm lautet die aktualisierte IEA-Botschaft: Aufgrund einer nachlassenden Nachfragewachstums-geschwindigkeit, einer robuster als erwarteten Rohölproduktion der Nicht-OPEC-Staaten und einer erhöhten OPEC-Förderung wird sich die Resynchronisierung von Angebot und Nachfrage auf dem Rohölmarkt auf der Zeitachse noch etwas weiter nach hinten verschieben. Ging die IEA bis dato davon aus, dass sich der seit dem Herbst 2014 im Ausnahmezustand befindende Rohölmarkt im Laufe des (späten) 2H 2016 wieder ausgleichen würde, kalkuliert die 29-Staaten-Organisation nun mit einem „Angebots-Nachfrage-Rendezvous“ im 2H 2017. Basierend auf der neuen IEA-Prognose antizipiert die IEA für die kommenden vier Quartale einen neuerlichen (kumulierten) Angebotsüberschuss von über 200 Mio. Barrel. Am zuletzt wieder hoffnungsfroheren…

Rohöl: Doha-Gipfel gescheitert! Geopolitische Überlegungen verhindern durchaus möglichen Kompromiss

Das Treffen der großen Rohölexporteure von OPEC und Non-OPEC in Doha ist am Sonntag (17.04.) nach stundenlangen Verhandlungen gescheitert. Somit wird es – zumindest auf absehbare Zeit – zu keiner Deckelung der Rohölproduktion der beteiligten Nationen kommen, was den Rebalancierungs-Prozess des nach wie vor mit einem Überschussangebot kämpfenden Rohölmarktes zeitlich strecken dürfte. Der Rohölpreis reagierte auf die enttäuschenden Nachrichten aus Doha mit einem Abschlag von rund 2 USD auf 41 USD. Alle Gesprächsteilnehmer bemühten sich im Nachgang des Doha-Treffens um verbale Schadensbegrenzung. So sprach Russlands Energieminister Alexander Novak davon, dass das Doha-Treffen auch ohne den Abschluss einer Vereinbarung ein bedeutendes Ereignis für die Zusammenarbeit von OPEC und Nicht-OPEC darstelle, zumal die Tür für weitere Zusammenkünfte in keiner Weise geschlossen sei. Schon Anfang Juni (im Rahmen des nächsten ordentlichen OPEC-Treffens in Wien) würden die Gespräche fortgesetzt. Ausschlaggebend für das Scheitern des Produzenten-Meetings waren letztlich die zu starren Haltungen des Iran und insbesondere…