Pandemie

Japan sucht seinen Weg aus der Corona-Krise

Nach einer im Zuge der Mehrwertsteueranhebung vom letzten Oktober ohnehin bereits stark geschwächten Konsumdynamik und einer negativen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate von -1,8 Prozent (Q/Q) im Endquartal 2019 sieht es derzeit so aus, dass sich die Konjunkturkrise in Japan jetzt Corona-bedingt noch deutlich vertiefen und verlängern wird, bevor dann wahrscheinlich erst am Jahresende das Wachstum wieder anziehen kann. Die gegenwärtige Stimmungslage bei den Unternehmen und den Privathaushalten ist desolat und deutet an, dass der Weg durch die Corona-Krise enorme Mühen und Kosten einfordern wird. Dabei wird der Weg zurück in die Normalität wohl nur schrittweise möglich sein. Die aktuellen Sentiment-Indikatoren bei den Unternehmen, abzulesen etwa in den Ergebnissen der jüngsten Tankan-Umfrage der Notenbank und in den Indizes der Einkaufsmanager, sind zuletzt noch weiter und beschleunigt gefallen, im Dienstleistungsbereich und hier vor allem im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe haben sie inzwischen rekordniedrige Niveaus erreicht. Die Verschiebung der Sommerolympiade von Tokyo auf 2021 hat dabei…

Corona-Pandemie beendet deutschen Immobilienboom

Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur für den Lockdown der wirtschaftlichen Aktivität, sie beendet auch den rund zehn Jahre währenden Boom am deutschen Immobilienmarkt. Zuvor haben die rund laufende Wirtschaft, wachsende Beschäftigung und sinkende Zinsen die Immobilienpreise auf ein teilweise hohes Niveau gehoben. Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum kletterten seit 2009 deutschlandweit um 55 Prozent, in den sieben größten Städten verdoppelten sie sich. Bei Gewerbeimmobilien haben sich die Mietrenditen auf bis unter 3 Prozent gut halbiert. Ganz rund lief der Immobilienmarkt allerdings auch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr. Bei Wohnungen verlangsamte sich vor allem in den teuren Städten der Anstieg von Preisen und Mieten. Immer neue Regulierungseingriffe erschweren zudem das Vermietungsgeschäft. Im Einzelhandel sinken die Mieten bereits. Bleibt es auch dank der Hilfspakete von EZB und Regierung bei einer kurzen Rezession und einer kräftigen Erholung, dürfte der Immobilienmarkt insgesamt mit einem „blauen Auge“ davonkommen. Der Wohnungsbedarf ändert sich nicht…

Krisendynamik

Die Coronakrise entfaltet zunehmend ihre eigene Dynamik. Zuerst standen natürlich die unmittelbaren Krisenbekämpfungsmaßnahmen im Vordergrund, die mit Kontaktverboten und weitgehende Einschränkungen im privaten Lebens ihr Gleichgewicht gefunden haben. Nun dreht sich der Fokus immer mehr auf Maßnahmen die notwendig sein können, die rigiden Vorschriften schrittweise zu lockern. Daneben drehen sich immer mehr Diskussionen auch darum, wie man dem tiefen wirtschaftlichen Einbruch am besten begegnen kann. Eine einfache und schnelle Rückkehr in das normale (wirtschaftliche) Leben scheint es nicht zu geben. Wir werden wohl noch einige Zeit mit Mundschutz und Ortungssystemen konfrontiert sein. Dabei ist man in politischen Kreisen insbesondere von den technischen Möglichkeiten begeistert. In stabilen Demokratien ist dies auch gut umsetzbar, da hier die notwendigen Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. Aber es wundert nicht, dass Länder, die bereits vor der Krise an der Schwelle zu einem autokratischen Führungssystem standen, nun einen weiteren Schritt in diese Richtung machen, gute Beispiele sind hier…

Weltwirtschaft in der Krise, Politik kann derzeit wenig ausrichten

Die Weltwirtschaft steckt in der Rezession. Die Corona-Infektionswelle rund um den Globus hat die Konjunktur in Rekordtempo in die Krise gestürzt. Dabei handelt es sich um einen sehr steilen und zweifellos auch sehr tiefen wirtschaftlichen Einbruch, aber nicht um einen typischen Abschwung. Das macht es nicht zuletzt für die Finanzmärkte so schwierig, die Lage zu interpretieren und eine angemessene Reaktion zu finden. Die Bewegungen der letzten Tage an den Finanzmärkten waren extrem. Auf einen fast beispiellosen Kursverfall an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche folgten in den letzten Tagen ebenso rekordverdächtige Kursgewinne. Auch die Renditen zeigen keineswegs das typische Muster, das man aus konjunkturellen Zyklen kennt. Es fehlt an Orientierung, weil derzeit niemand in der Lage ist, auch nur eine halbwegs verlässliche Prognose für die kommenden Wochen zu erstellen. Eines ist jedoch relativ klar: Die Wirtschaftspolitik, die derzeit versucht mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Krise anzukämpfen, ist in der…

Geschäftsklima in Deutschland bricht ein

Angesichts der dramatischen Auswirkungen von COVID-19 auf die deutsche, europäische und globale Wirtschaft hat sich die Stimmung der deutschen Unternehmen so stark eingetrübt wie kaum jemals zuvor. Der ifo Geschäftsklimaindex bricht mit fast zehn Prozentpunkten so stark ein wie noch nie seit dem Jahr 1991 und landet bei 86,1 Punkten. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2009. Angesichts der vielen Werks- und Ladenschließungen und der Ungewissheit über die Dauer der Bedrohung haben sich die Bewertung der aktuellen Lage und insbesondere die Geschäftsaussichten der Unternehmen stark verschlechtert. Besonders stark betroffen zeigen sich das verarbeitende Gewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor. Bei den Industrieunternehmen sind die Erwartungen so stark eingebrochen wie noch nie. Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor, das seit dem Jahr 2005 ermittelt wird, ist auf ein Allzeittief gefallen und im Handel rutschten die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einheit. Nur im Bauhauptgewerbe fiel die Stimmungseintrübung noch vergleichsweise…

Auf die Staaten kommt es nun an

Die Dynamik der Pandemie bleibt hoch. Dies war jedoch auch noch nicht anders zu erwarten. Wenn man die übliche Inkubationszeit berücksichtigt, dann kann man eigentlich frühestens Ende nächster Woche mit einer Abflachung der Ansteckungsrate rechnen. Dabei ist die Höhe der Dunkelziffer nur schwer einzuschätzen. Die faktische Zahl der Infizierten dürfte vermutlich um ein vielfaches höher sein als die offiziellen Angaben. Dies ist eigentlich keine schlechte Nachricht. Wenn eine Infektion eine gewisse Immunität mit sich bringt, dann sinkt mit einer steigenden Zahl an Infizierten, die nicht schwer erkranken, die Anfälligkeit der Gesamtbevölkerung. Damit hält sich auch die potenzielle Belastung des Gesundheitssystems in Grenzen, was zurzeit die größte Sorge darstellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden langsam sichtbar. Heute ist der ZEW Index kräftig gefallen und hat ein Niveau von -46 Punkten erreicht. Ein Level, dass man zuletzt während der Finanzmarktkrise erreicht hatte. Jedoch ist es auch keine große Überraschung, dass die…

1 2