Schweiz

Handelsstreitigkeiten: Sicherer Hafen vs. Ökonomie

Die Reaktion, die an den Devisenmärkten bei einer Verschärfung der handelspolitischen Auseinandersetzung zwischen den beiden wirtschaftlichen Großmächten zu beobachten war, folgte in den vergangenen Monaten einem bekannten Muster. Die als Sichere Häfen geltenden Währungen US-Dollar, Japanischer Yen und Schweizer Franken konnten zulegen, Schwellenländerwährungen gerieten überwiegend unter Abgabedruck. Seit Mitte Juli gibt es jedoch Zweifel daran, dass dieses Muster auch in Zukunft uneingeschränkt gelten muss, zumindest mit Blick auf den Franken und den Yen. Eine Zunahme der politischen Unsicherheit im Euroraum lässt den Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung aufwerten. Dies haben jüngst die Irrungen und Wirrungen um die Bildung einer neuen Regierung in Italien einmal mehr vor Augen geführt. Spätestens seit vorletzter Woche ist klar, dass dieses „Gesetz“ für eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China nicht zwingend gelten muss. So hat die US-Administration zuletzt Vorbereitungen für neue, umfangreiche Zölle auf Importe aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft öffentlich gemacht und…

Schweizer Vollgeldinitiative: Vorbild oder Schnapsidee?

In knapp zwei Wochen werden die Schweizer an die Urnen gerufen, um über die Vollgeldinitiative abzustimmen. Diese sieht eine tiefgreifende Reform des dortigen Geldsystems vor. Künftig soll die Geldmenge demnach allein von der Zentralbank geschaffen werden. Das Buchgeld der Geschäftsbanken, das den Löwenanteil der umlaufenden Geldmenge darstellt, würde abgeschafft. Nach Ansicht der Vollgeldbefürworter würde das Finanzsystem dadurch sicherer und stabiler. Darüber hinaus würden die Stellung der Zentralbank gegenüber den Geschäftsbanken gestärkt und der Handlungsspielraum der Währungshüter erweitert. Eine zweite zentrale Forderung der Initiative ist die „schuldfreie“ Ausgabe neugeschaffenen Geldes. Hierdurch entstünde ein Volksvermögen von (konservativ geschätzt) 300 Mrd. CHF, das verteilt über die nächsten 30 Jahre an den Staat und die Bürger ausbezahlt werden könnte. Angesichts der genannten Vorzüge in Form einer Stärkung der Zentralbank und vieler Milliarden Franken für die Staatskasse darf es verwundern, dass sich sowohl die Schweizerische Nationalbank als auch die Bundesparteien klar gegen die Initiative positioniert…