Schwellenländer

Türkische Lira: Die politische Unsicherheit ist zurück

Der türkische Ministerpräsident Davutoglu hat Ende letzter Woche seinen Rücktritt als Partei- und Regierungschef bekanntgegeben. Diesem Schritt vorausgegangen war ein politischer Machtkampf mit Staatspräsident Erdogan. Hierbei dürfte es u.a. um die Einführung eines Präsidialsystems gegangen sein, welchem Davutoglu zurückhaltend gegenüberstand. Am 22. Mai soll auf einem Sonderparteitag der AKP sein Nachfolger offiziell ernannt werden. Marktseitig dominieren derzeit Befürchtungen das Geschehen, wonach eine dem Staatspräsidenten nahestehende Person fortan das Amt begleiten könnte. In diesem Zusammenhang stehen auch die aufgekommenen Spekulationen über mögliche Neuwahlen im Herbst. So bedarf doch die Einführung eines Präsidialsystems einer Verfassungsänderung. Um diese zu erreichen, wird eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt. Diese verfehlte die AKP bei den letzten Wahlen im November 2015 knapp. Nicht ausgeschlossen, dass auch Staatspräsident Erdogan derartige Überlegungen anstellen und versuchen wird, über vorgezogene Neuwahlen zu seinem Ziel zu gelangen. Wir gehen davon aus, dass das Thema politische Unsicherheit die risikosensitive Lira in nächster Zeit weiter belasten…

Antworten der osteuropäischen Notenbanken auf Preisrisiken könnten unterschiedlich ausfallen

Angesichts der in der Eurozone sowie in den einzelnen EWU-Staaten zuletzt weiter enttäuschend ausgefallenen Preisdaten gilt es unter Marktbeobachtern als ausgemachte Sache, dass die EZB am Donnerstag ihre geldpolitischen Maßnahmen ausweiten dürfte. Zudem haben einige EZB-Vertreter jüngst deutlich gemacht, dass die Zentralbank ihr Pulver noch nicht verschossen hat. Auch in Osteuropa hat die Deflation Einzug gehalten. Allerdings scheint hier die Gleichung „nachlassender/rückläufiger Preisdruck = lockerere Geldpolitik“ nur bedingt aufzugehen. So machte z.B. der Vorsitzende der rumänischen Notenbank Isarescu jüngst ungeachtet des sich zuletzt wieder verschärfenden Rückgangs der Verbraucherpreise deutlich, dass er bereits für 2016 eine restriktivere Geldpolitik präferiert. Seiner Ansicht nach muss man in die Zukunft blicken und darf hier die drohenden Inflationsgefahren nicht unterschätzen. In Polen scheinen sich die Geldpolitiker hingegen nicht einig zu sein, wie man auf den sich nur zögerlich zurückbildenden deflationären Trend reagieren und vor allem wie man diesen längerfristig einschätzen soll. Während einige hier für…