Türkische Lira

Türkei: Politisches Umfeld untergräbt Vertrauen der Investoren

Die türkische Landeswährung zeigte sich in den vergangen Wochen von ihrer ausgesprochen schwachen Seite. Insbesondere seit Ende Oktober kennt die Lira sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch der europäischen Gemeinschaftswährung nur eine Richtung – abwärts. Dabei jagte sogar ein historisches Tief das nächste. Getrieben wird diese Schwächephase zwar zu einem gewissen Grad von der Aussicht auf eine restriktivere Gangart der Federal Reserve. Als alleiniger Treiber kann die US-Notenbank allerdings kaum dienen, zu gut schlagen sich einige andere Schwellenländerwährungen. Vielmehr dürften die politische Unsicherheit, das rigorose Vorgehen von Staatspräsident Erdogan gegen Widersacher und Journalisten sowie die Eintrübung der konjunkturellen Aussichten das Investorenvertrauen zusätzlich belasten. Dass Erdogan nebulös mit „Markteingriffen“ droht und damit Spekulationen über bevorstehende Kapitalverkehrskontrollen befeuert, ist dabei alles andere als hilfreich. Die türkische Zentralbank ist um ihre Position derzeit nicht zu beneiden. Sie sitzt zwischen den Stühlen einer schwachen Landeswährung und dem Wunsch Erdogans, ein niedrigeres Zinsniveau herbeizuführen. Mit…