US Dollar

EUR-USD fällt unter 1,20 USD

Seit Mitte April kennt der Euro scheinbar nur eine Richtung: Den Süden. Gegenüber dem US-Dollar hat die Gemeinschaftswährung seither 3,5% verloren und handelt auf den niedrigsten Niveaus seit Jahresbeginn – eine Entwicklung, die ohne Zweifel berechtigte Fragen über den mittel- und längerfristigen Ausblick für das Währungspaar aufwirft. Bevor die Euro-Bullen jedoch die Flinte ins Korn werfen, lohnt sich ein genauerer Blick auf das aktuelle Geschehen. Zunächst ist festzuhalten, dass die Abwertung des Euros (bislang) vornehmlich im Verhältnis zum US-Dollar zum Tragen kam. Auf handelsgewichteter Basis bewegt sich die Gemeinschaftswährung weder auf auffälligen Niveaus noch kann von dramatischen Kursverlusten die Rede sein. Anders sieht es dagegen beim US-Dollar aus, konnte dieser doch in den vergangenen Wochen auf breiter Basis zulegen und gegenüber allen anderen G10-Währungen punkten. Der EUR-USD-Kursrutsch seit Mitte April ist also nicht so sehr einer Euro-Abwertung, sondern vielmehr einer Dollar-Aufwertung geschuldet. Letztlich dürfte es der kräftige Anstieg der Renditen…

Euro-Dollar so stark wie zuletzt 2014 – Deutsche Unternehmen sollten Aufwertung verkraften können

Aktuell werden knapp 1,23 US-Dollar für einen Euro gezahlt. So hoch stand der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung zuletzt im Dezember 2014. Zur Erinnerung: Heute vor einem Jahr ging es in den Diskussionen noch darum, ob beim Wechselkurs Euro/Dollar die Parität erreicht wird oder nicht. Seither hat der Euro fast 17% aufgewertet. Der sprunghafte Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung wird die deutschen Unternehmen in den kommenden Monaten zunehmend vor Herausforderungen stellen. Die deutschen Unternehmen sind für ein starkes Auslandsgeschäft bekannt. Basierend auf unseren Analysen belief sich per Ende 2016 der in US-Dollar fakturierte Umsatzanteil der deutschen HDAX-Unternehmen auf 28% (der HDAX umfasst die Unternehmen der Indizes DAX, MDAX und TecDAX). Dadurch unterliegen die deutschen Konzerne erhöhten Risiken durch Wechselkursveränderungen. Jedoch fallen auch 23% der Kosten in US-Dollar an, so dass sich die Betrachtungsweise relativiert. Auch ist es wenig empfehlenswert auf den aktuellen (=zufälligen) „Extremkurs“ bei Euro-Dollar 1,23 abzustellen. Wird die Entwicklung über…

Aktuelle Entwicklungen am Rohölmarkt: Bleibt der Preis stabil?

Nach vier Monaten auf dem außergewöhnlich stabilen Niveau von 54-57 USD hat der Rohölpreis zuletzt um 10% auf 51 USD nachgegeben. Der Grund für die ausgeprägte Korrekturbewegung ist vor dem Hintergrund steigender US-Rohöllagerbestände zu sehen: Es herrscht eine zunehmende Unsicherheit, wann beziehungsweise ob sich die von der OPEC angestrebte Normalisierung der globalen Rohöllagerbestände einstellt. Tatsächlich haben sich die Lagerbestände nicht abgebaut, was wohl großteils daran liegt, dass es den US-Schieferölunternehmen gelungen ist, ihre Fördermengen zügig wieder hochzufahren. Zudem scheinen die Erwartungen einiger Investoren hinsichtlich der Geschwindigkeit des Lagerabbaus etwas überambitioniert gewesen zu sein. Angesichts der aus OPEC-Sicht (noch) suboptimalen Gemengelage sollten sich die OPEC und ihre NOPEC-Partner im Laufe des 2Q2017 zu einer modifizierten Sechs-Monats-Verlängerung des Produktionsbegrenzungsabkommens durchringen. Auf dem Weg zum OPEC-Beschlussgipfel in Wien (25.05.) wird sich in erster Linie Saudi-Arabien wieder mehrdeutig und nebulös zum Fortgang der Dinge äußern, um die Niveauhöhe und die Form der Rohöl-Terminkurve mittels…

Rohöl: Doha-Gipfel gescheitert! Geopolitische Überlegungen verhindern durchaus möglichen Kompromiss

Das Treffen der großen Rohölexporteure von OPEC und Non-OPEC in Doha ist am Sonntag (17.04.) nach stundenlangen Verhandlungen gescheitert. Somit wird es – zumindest auf absehbare Zeit – zu keiner Deckelung der Rohölproduktion der beteiligten Nationen kommen, was den Rebalancierungs-Prozess des nach wie vor mit einem Überschussangebot kämpfenden Rohölmarktes zeitlich strecken dürfte. Der Rohölpreis reagierte auf die enttäuschenden Nachrichten aus Doha mit einem Abschlag von rund 2 USD auf 41 USD. Alle Gesprächsteilnehmer bemühten sich im Nachgang des Doha-Treffens um verbale Schadensbegrenzung. So sprach Russlands Energieminister Alexander Novak davon, dass das Doha-Treffen auch ohne den Abschluss einer Vereinbarung ein bedeutendes Ereignis für die Zusammenarbeit von OPEC und Nicht-OPEC darstelle, zumal die Tür für weitere Zusammenkünfte in keiner Weise geschlossen sei. Schon Anfang Juni (im Rahmen des nächsten ordentlichen OPEC-Treffens in Wien) würden die Gespräche fortgesetzt. Ausschlaggebend für das Scheitern des Produzenten-Meetings waren letztlich die zu starren Haltungen des Iran und insbesondere…

Gold kurzfristig gefragt, mittelfristig sollten die Belastungsfaktoren aber überwiegen

Der Goldpreis profitierte zuletzt von den weltweiten Aktienmarkt-Turbulenzen und dem drastischen Verfall der Ölnotierung. Die erhöhte Unsicherheit führte dazu, dass Anleger wieder verstärkt auf das Edelmetall setzen. Jedoch eine nachhaltige Trendwende ist das aus unserer Sicht nicht, zumal auch schon zu Jahresbeginn 2015 ein ähnliches Verhalten der Anleger zu beobachten war. Insbesondere die hohe Aktienvolatilität in China hat sich positiv auf die Goldpreisentwicklung ausgewirkt. Dies lässt sich gut an den steigenden Goldimporten über Hong Kong ablesen. Diese sind im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 89 % auf 111 Tonnen steigen. Aber auch der fallende Ölpreis und die damit rückläufige Inflationserwartung könnte den Goldpreis Auftrieb verliehen haben. Denn mit den fallenden Inflationserwartungen reduzieren sich auch die Markterwartungen für den Zinsanhebungspfad in den USA, was sich tendenziell positiv auf den Goldpreis auswirken sollte. Kurzfristig sprechen also einige Faktoren für Gold. Mittelfristig hat sich aus unserer Sicht das Bild aber nicht verändert….