USA

Müssen wir uns wegen Trump Sorgen machen?

Gegen alle Erwartungen hat Donald Trump die Wahl gewonnen. Er wird im Januar der 45. US-Präsident. Es ist offensichtlich: Trump ist anders als seine Vorgänger und er wird sicherlich auch anders regieren. Damit wächst jedoch die Sorge, dass Trump nicht nur die USA, sondern auch die westliche Welt in größere Probleme stürzt. Doch, müssen wir uns tatsächlich Sorgen machen? Donald Trump hat nicht die meisten Stimmen erhalten. Doch das ist in den USA auch nicht notwendig. Auf Grund des Wahlsystems hat derjenige die Wahl gewonnen, der die Mehrheit der Wahlmänner auf sich vereinigt. Und hier liegt Trump haushoch vorn. Sollte das noch immer nicht finale Ergebnis von Michigan bestätigt werden, hat Trump 306 Wahlmänner für sich gewonnen und Hillary Clinton nur 232. Ein Sieg, der nicht alle Amerikaner begeistert. Seit der Wahl gibt es in den USA jede Nacht Demonstrationen gegen den künftigen Präsidenten, ein bislang einmaliger Vorgang. In sein…

Warum die britische Premierministerin May von einem Wahlsieg Trumps profitieren könnte

Der Wahlkampf in den USA geht in die entscheidende Phase. Wie üblich wurden viele Versprechungen gemacht. Beide Bewerber um die Präsidentschaft wollen nach einem möglichen Wahlsieg die Wirtschaft ankurbeln. Hierzu wollen Frau Clinton und Herr Trump schuldenfinanzierte Fiskalprogramme auflegen. Dabei möchte Trump die Steuern senken und damit den Konsum ankurbeln, während Clinton eher dazu neigt, die Staatsausgaben zu erhöhen. Die fiskalpolitische Ausrichtung soll uns an dieser Stelle aber weniger beschäftigen. Es sind vor allem die Unterschiede in der Außen-, der Handels- und der Sicherheitspolitik, die zwischen Trump und Clinton teilweise sehr groß sind. Clinton steht für eine Außenpolitik, die auf Kontinuität setzt. Unter Clinton als nächster US-Präsidentin wird es keinen Bruch geben, sondern eine Weiterentwicklung, wenn auch mit neuen Schwerpunkten. Dies ist für die Weltwirtschaft eine gute Nachricht, denn wir brauchen mehr freien Handel, nicht weniger. Und wir brauchen auch mehr politische Kooperation und nicht weniger, um den Welthandel nachhaltig…

Die Suche der EZB nach Gründen für eine lockere Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank hat mit einem Forschungsbeitrag der Diskussion um die Bedeutung der Produktionslücke für die Wirtschaftspolitik – und insbesondere für die Geldpolitik – neuen Schwung verliehen. Demnach gibt es gute Gründe, von einer wesentlich größeren Produktionslücke (bzw. einer stärkeren Unterauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten) auszugehen als bislang angenommen. Für die EZB-Ökonomen folgt daraus, dass auch eine erheblich expansivere Geld- und Fiskalpolitik angemessen sein könnte. Die Schlussfolgerungen der Autoren sind im Einzelnen allerdings nicht immer nachzuvollziehen, da bislang nur eine Vorab-Version der Veröffentlichung vorliegt. Offensichtlich möchte die EZB mit dieser Publikation in der wirtschaftspolitischen Debatte um die Bedeutung der Produktionslücke aktuell Position beziehen, und zwar für eine aktivistische, antizyklische Politik, selbst wenn die methodischen Grundlagen dafür nach allgemeiner Einschätzung eher wacklig sind. Eine hohe negative Produktionslücke könnte die extrem expansive Geldpolitik argumentativ stützen in einer Phase, in der die zentralen gesamtwirtschaftlichen Daten als Begründung allmählich wegzufallen drohen. So liegt die EWU-Wachstumsrate…

US-Notenbank bleibt auf der sicheren Seite

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen vorerst im Korridor zwischen 0,25% und 0,50% belassen. Auf der sich anschließenden Pressekonferenz begründete Janet Yellen die anhaltende Pause im Leitzinserhöhungszyklus mit externen Risiken für die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Die momentane Entwicklung der Weltwirtschaft und der globalen Kapitalmärkte stellt in den Augen der Fed ein erhöhtes Risiko für die konjunkturelle Dynamik in den USA dar. Insbesondere könnten konjunkturelle Probleme in Japan, China und auch der Europäischen Union das Wachstum in den USA negativ beeinflussen. Damit verschärft der geldpolitische Rat der US-Notenbank die noch im Januar gewählte Formulierung in ihrem Kommuniqué hinsichtlich der Wachstumsrisiken für die US-Wirtschaft. Im Januar wurden die Chancen und Risiken für die US-Wirtschaft nur als nicht mehr als ausgeglichen bezeichnet. In der Stellungnahme zur März-Sitzung wird eine verstärkte Beobachtung der Inflationsentwicklung betont. Dr. Yellen machte auf der Pressekonferenz noch einmal deutlich, dass das FOMC kein Überschießen der Zielinflationsrate von 2,0%…

Die amerikanische Notenbank verlässt der Mut

Aus dem Protokoll der jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der US Notenbank geht hervor, dass Währungshüter die Ansicht vertreten, dass die Risiken bezüglich der US-Konjunktur zuletzt deutlich zugenommen haben. Ein Schwerpunkt der Diskussionen lag auf den möglichen Folgen der jüngst aufgekommenen globalen Konjunkturschwäche und wie stark hierdurch das gesamtwirtschaftliche Wachstum in den Vereinigten Staaten gebremst werden könnte. Sorge bereitet den Fed-Ökonomen zudem die verschärften Bedingungen an den Finanzmärkten. Insgesamt sind sich die Fed-Ökonomen unsicher, welche Auswirkungen diese globalen Entwicklungen auf die US-Wirtschaf zeigen werden. Es wurde jedoch unumwunden festgestellt, dass die Abwärtsrisiken zugenommen hätten. Gleichzeitig sei es jedoch zu früh, um den erwarteten US-Konjunkturverlauf komplett zu revidieren. Solange die Risiken nicht abschätzbar sind, werden die obersten Währungshüter vorsichtig agieren. Aus offensichtlicher Sorge um die wirtschaftliche Stabilität wichtiger Schwellenländer und aufgrund der niedrigen Inflation wird die Fed im März aller Voraussicht nach keine weitere Zinsanhebung vornehmen. Beruhigt sich die Situation in…

Fed-Vertreter skizzieren einen graduellen Zinserhöhungspfad

Das gestern veröffentlichte Protokoll der jüngsten FOMC-Sitzung deutet darauf hin, dass die US Währungshüter, nach dem Vollzug der Leitzinswende im Dezember, auf dem Zinserhöhungspfad mit Bedacht agieren werden. Für einige Notenbankvertreter war die Entscheidung zu Gunsten einer ersten Zinserhöhung ein „Close Call“. Angesichts eines eher „dovishen“ Fed-Statements haben die längerfristigen US-Renditen und der Dollar-Index in erster Reaktion leicht nachgegeben. Die Notenbankvertreter sehen die Risiken für die wirtschaftliche Aktivität und die Entwicklung am Arbeitsmarkt als ausgeglichen an. Sie gehen davon aus, dass sich die konjunkturelle Aktivität auch trotz einer graduellen Straffung der Geldpolitik in moderatem Tempo fortsetzen dürfte. Des Weiteren rechnen die FOMC-Mitglieder damit, dass die Inflation mittelfristig das Fed-Ziel von 2% erreichen wird. Einige Notenbankvertreter haben diesbezüglich allerdings Bedenken zum Ausdruck gebracht. Unter anderem wird auf die Möglichkeit eines anhaltenden Verfalls des Rohölpreises verwiesen, welcher den Anstieg der Teuerungsrate verzögern oder sogar gänzlich konterkarieren könnte. Einige Vertreter haben zudem ihr…

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